Malaria wird durch einige Arten der Anopheles Mücke übertragen. Weibliche Mücken ernähren sich von Blut und können Malaria von Personen übertragen, die bereits mit Parasiten infiziert sind. Diese, einzellige Organismen (wie Amöben), benötigen eine warme Umgebung um zu überleben und sich in der Mücke zu vermehren. Nach 10 Tagen des Parasitenbefalls ist die Mücke für den Menschen infektiös.
Ausgewachsene infizierte Mücken ernähren sich vom späten Abend an und die Nacht hindurch von 22 Uhr bis zur Morgendämmerung. Beim Mückenstich gelangen die Parasiten ins Blut und wandern dort zur Leber, wo sie sich vermehren. Einige Tage später infizieren sie die Bliutbahnen, vermehren sich weiter und befallen die roten Blutkörperchen.
Wenn der Anteil der infizierten roten Blutkörperchen ansteigt, beginnt sich der Patient krank zu fühlen. Bei vielen Personen, die nicht behandelt werden und wenn die Zahl der infizierten roten Blutkörperchen zunimmt, treten bei einem Anteil von 5% befallenen Zellen Komplikationen auf, von denen die bekannteste die zerebrale Malaria ist. Steigt der Parasitenbefall weiter an, kann dies trotz einsetzender Behandlung tödlich sein. Zerebrale Malaria ist keine spezielle Art von Malaria, sondern tritt auf wenn die Infektion mit Plasmodium Falciparum unbehandelt bleibt.
Während des Touristenbooms der letzen 30 Jahre gab es keine wesentlichen Änderungen bez. Malaria in Ostafrika ausgenommen der Entwicklung gegen Chloroquin resistenter Arten von Plasmodium Falciparum, die in Kenya und Tansania weit verbreitet sind und in Uganda teilweise auftreten.
"Hochland" Malaria ist eine epidemische Form der Malaria über 1500m. Über 1500m ist die Umgebung für Malariaparasiten zunehmend ungeeignet um sich in Mücken zu vermehren, sodaß keine Übertragung stattfindet. Jahreszeitlich bedingt, bei wärmeren Temperaturen und wenn die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist, können die Bedingungen für den Malariazyklus günstig sein. Dann treten auch Malaria-Epidemien bei der Bevölkerung auf, die normalerweise nicht betroffen ist.
Die anderen 3 Malariaarten verursachen nichttödliche Krankheiten mit charakteristischen Fiebermustern und der Gefahr mehrere Jahre hindurch von Rückfällen heimgesucht zu werden. Plasmodium Vivax und Plasmodium Ovale verursachen "Tertiäres Fieber" (Fieber alle 48 Stunden) und Plasmodium Malariae "Quartäres Fieber" (Fieber alle 72 Stunden). In Ostafrika sind diese 3 Arten weit weniger verbreitet als Plasmodium Falciparum.
Anopheles Gambiae und Anopheles Funestus sind die Hauptträger der Parasiten in Ostafrika.
Die Mathematik der Malaria wird von vielen Variablen bestimmt. Ein einzelner Plasmodium Falciparum Parasit (Sporozoit), in eine Person injiziert, hat sich nach 6 Tagen zu einem ausgereiften Leber-Schizont entwickelt der, aufgeplatzt, 40,000 Blutzellen infizieren kann. Jeder dieser Parasiten entwickelt sich innerhalb von 48 Stunden zu einem Blut-Schizont, der weitere 32 rote Blutkörperchen infizieren kann. Nach wiederholter Multiplikation sind 12 Tage nach dem Stich 0.01% aller roten Blutkörperchen befallen. Dies liegt am Niveau der Fieberschwelle und der Patient beginnt sich krank zu fühlen. Innerhalb der nächsten 4 Tage kann der Parasitenbefall auf 10% ansteigen; eine bedrohliche Situation. Jede weitere Vervielfachung endet beinahe zwangläufig tödlich.
Beachten Sie bitte, dass dieses Szenario bei der Infektion mit einem einzigen Parasit ducrh einen Mückenstich eintritt. Oft werden hunderte Parasiten (Sporozoiten) durch den Stich übertragen, mit einer entsprechenden Beschleunigung des Parasitenwachstums und Verkürzung des Krankheitsverlaufs.
Die gutartigen Malariaarten - Vivax, Ovale and Malariae - vermehren sich viel langsamer und ihre Vermehrung wird durch die natürliche Immunität eingedämmt, sodaß nie mehr als 2% aller roten Blutkörperchen befallen werden.
ANTI MALARIA REGELN FÜR TOURISTEN
Vermeiden Sie Mückenstiche
Alle Mückenarten können tagsüber stechen. Die Malariaüberträger
in Ostafrika stechen nahezu ausschließlich in der Nacht zwischen 22
Uhr und der Morgendämmerung. Moskitonetze, speziell wenn diese mit Insektiziden
behandelt wurden, sind ein sehr effektiver Schutz. Zimmer und Zelte sollten
am frühen Abend ausgiebig mit einem Insektenspray behandelt werden. Gefährlich
ist es, die Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens außerhalb des Moskitonetzes
oder des mit Insektenspray behandelten Zimmers oder Zelts zu verbringen, z.B.
bei der Ankunft spät nachts oder der Abreise zum Flughafen. Anzuraten
ist das Tragen von langen Ärmeln sowie langen Hosen bzw. Kleidern. Unauffällige,
nicht grelle Farben der Bekleidung locken die Mücken weniger an. Verwenden
Sie Mückenschutzmittel an exponierten Körperstellen sowie an den
Fußgelenken. Mücken stechen auch durch Socken und Strümpfe.
Vorsorge
Obwohl es kein Mittel gibt, das 100% Schutz gegen Malaria in Ostafrika garantiert,
wird Proguanil (Paludrine) derzeit von ICAA bestens empfohlen. Am besten wird
es zum Abendessen eingenommen, sodaß der Blutspiegel während der
Zeit der größten Mückenaktivität am höchsten ist
und etwaige Nebeneffekte nur während des Schlafens auftreten. Es sind
keine gefährlichen Nebenwirkungen bekannt. Die Dosis für Erwachsene
beträgt 2 Tabletten zu je 100mg. Das Medikament ist auch för Kinder
jeden Alters mit durchschnittlichem Körpergewicht geeignet. Es ist nicht
notwendig Proguanil (Paludrine) einzunehmen, bevor sie das Malariagebiet erreicht
haben. Dann sollte es regelmäßig während Ihres gesamten Aufenthaltes
eingenommen werden und noch 2 Wochen nachdem Sie das Malariagebiet verlassen
haben. Ganz wichtig ist es, das Medikament 7 Tage lang jeden Tag einzunehmen,
ohne einen Tag auszulassen, wenn Sie von einer Mücke gestochen wurden,
die möglicherweise infiziert war. Es ist genau dieser Zeitraum, in dem
sich der Parasit in der Leber vermehrt und Proguanil am effektivsten ist.
Dies ist der Vorteil gegenüber anderen Medikamenten, die nicht auf Parasiten
in der Leber wirken.
Mefloquine (Lariam) wird in Europa und den USA am meisten verschrieben. Nebenwirkungen sind u.a. Neuro Psychiatrische Störungen.
Verwendet wird auch Doxycline, aber ebenso wie Mefloquine und Fansidar sollte es besser für die Behandlung als für Prophylaxe eingesetzt werden. (s.u.) Fansidar kann für die Behandlung eingesetzt werden, wirkt aber langsam. Es wird wegen gefährlicher Nebenwirkungen nicht zur Prophylaxe empfohlen.
Metakelfin und Maloprim wirken ähnlich. Nebenwirkungen von Proguanil sind Übelkeit und selten Mundgeschwüre (Aphthe).
Befolgen Sie die Ratschläge
von Spezialisten
Wenn Sie nach Ihrer Heimkehr krank werden sollten während Sie noch Paludrine
einnehmen, oder auch wenn Sie es bereits abgesetzt haben, stellen Sie sicher,
dass Ihr Arzt alles unternimmt um sicherzustellen, dass Sie nicht Malaria
haben. Ein Bluttest ist unentbehrlich. Möglicherweise hat Ihr Spital
zuhause wenig oder keine Erfahrung in der Diagnose oder Behandlung von Malaria.
Die Behandlungsmethoden haben sich in den letzten 15 Jahren radikal geändert
- sie sind nun komplexer aber auch viel effektiver in den Händen von
Spezialisten. Vernönftig ist es auch, sich an ein Tropeninstitut zu wenden,
wenn Sie galuben an Malaria erkrankt zu sein. Eine Verzögerung von nur
24 Stunden kann bereits tödlich enden; aber sofortige und richtige Behandlung
von Malaria sollte immer erfolgreich sein.
Zusammenfassend gesagt: Schlafen Sie unter einem MOSKITONETZ und nehmen Sie PALUDRINE - und falls Sie nach Ihrer Heimkehr trotzdem krank werden sollten, gehen Sie zu einem SPEZIALISTEN.
Kontakt für spezielle Ratschläge und Informationen.
Malaria in Ostafrika
Jeder Tourist der Ostafrika besucht, sollte einige Dinge über Malaria
wissen, damit er die einfachen Anti-Malaria Regeln vernünftig anwenden
kann.
Es gibt 4 Arten von menschlicher Malaria. Plasmodium falciparum ist bei weitem die wichtigste. Es ist die verbreitetste und die einzige Art, die tödlich wirkt. Das Folgende bezieht sich meist auf Plasmodium Falciparum Malaria.